Erst durch eine Mühle wird ein Teich zu einem Mühlenteich. Na, klar! Natürlich ist deswegen die Geschichte des Frohlinder Mühlenteich sehr eng mit der ehemaligen Wassermühle verknüpft, der Mühlenteich und die ansässige Mühle nicht zu trennen.

Rudolf Wagener hat in der Ausgabe 2 der „Frohlinder Hefte“ 2006 den geschichtlichen Abriß der Mühle und des Mühlenteichs wunderschön ausgeführt (als PDF ist unter diesem Link der ausführliche Aufsatz herunterladbar und zum Lesen empfohlen):

* Im 13./14. Jahrhundert wird in Frohlinde eine Kornmühle gebaut

* Um 1800 passiert die Errichtung der heutigen Mühle (Mühlenkamp 17) aus Feldbrandstein

* Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wird die die Wassermühle als Bannmühle betrieben, was die Frohlinder Bauern verpflichtete ihr Korn ausschliesslich  in dieser Mühle mahlen zu lassen

* 1907: Verpachtung an den Müller Josef Grothe


* Um 1900 erreicht der Mühlenteich zeitweise eine Wassertiefe von bis zu 2 Metern

* Nach 1920 führen Tageseinbrüche und weitere Bergschäden zur Absenkung des Wasserspiegels.
In der Konsequenz reicht die Kraft des Mühlenbach nicht mehr aus, das Mühlrad zu bewegen:  Aus der Wassermühle wird eine „Dampfmühle“

* 1936 übernimmt der jünste Sohn Grothes, Müllermeister Josef Grothe jun., die Mühle von seinem Vater.


* 1949 Umstellung der Mühle auf Elektrizität

* 1960: Der Mühlenteich verschlammt zusehends.

* 1971 wird der Mühlenteich aufwendig ausgebaggert und eine Insel angelegt.



* 1976: Bau eines Vorflut- und Regenrückhaltebeckens um u.a. der zunehmden Versandung vorzubeugen

* 1988: Letzter Mahlgang von Müller Josef Grothe jun.

* Im Juli 2008 führt ein „Jahrhundertregen“ zur Überflutung des Mühlenteichs. Im Nachgang soll der Bau einer erhöhten Bewehrung weitere drohende Flutungen verhindern helfen


* 2010: Die fortlaufende Versandung des Mühlenteichs hat die Wassertiefe mittlerweile auf knöchel- bis knietief reduziert.

* Am 15. November 2010 müssen erneut Feuerwehr und THW nach einem Starkregen ausrücken um die Überflutung des Mühlenteichs an den anliegenden Häusern vorbeizuleiten. Erfolgreich!

* Nachdem die geplante Ausbaggerung in 2012 nun doch nicht stattfindet stellt sich die Verwaltung den Anwohnern zu einem Ortstermin am 06. Juli um über Hochwasserschutz und Zustand und Zukunft des Mühlenteichs zu diskutieren. Die Presse greift das Thema auf und berichtet fleissig.

* Am 17. Juli 2012 äussert sich auch der Mühlenteich zur Diskussion und weigert sich die Wassermassen aufzunehmen und abzuleiten. Er läuft erneut über! Feuerwehr, THW und EUV sind für Stunden im Dauereinsatz und verhindern mit Hilfe von 1.500 Sandsäcken gerade noch einmal die Flutung der anliegenden Häuser!

* Am 30. August gründet sich die Bürgerinitiative „Rettet den Mühlenteich!“ mit dem Ziel sich für Hochwasserschutz und Wiederherstllung des Mühlenteichs einzusetzen.

* Am 18 Januar stellt die Stadt ihre Planungen zum Hochwasserschutz vor. Anfang Juni und Juli soll es los gehen.

* Zum vierten Mal seit 2008 ist der Mühlenteich am 20. Juni 2013 mit dem Wassermangement überfordert. Besonders schlimm trifft es die alte Mühle.

* Endlich erfolgt der Baubeginn zu den Umbaumassnahmen am 24. August 2013. Ein halbes Jahr soll es dauern!

* Der Abbau des Bauschilds am 09. Januar, die neue Oberflächenwasserführung am Mühlenkamp, neuer Überlauf und veränderte Auslauf zeugt: Teil 1 des Hochwasserschutz ist abgeschlossen. Fehlt noch der Teich selber.

* ab 2016? 2017? 2018? Niemals?: Wiederherstellung des Mühlenteichs im Zuge oder nach Abschluss der Sanierung „Brandheide“

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